Der Wunsch des Menschen nach Zerstreuung ist so alt wie die Zivilisation, und schon in den vergangenen Jahrhunderten fanden Spieler immer einen offiziellen oder verborgenen Ort, um dort zu würfeln, zu wetten oder zu pokern. Im Laufe der Zeit hat sich nur das Erscheinungsbild der Spielstätten gewandelt und immer wieder an die Bedürfnisse der Besucher angepasst – die Leidenschaft zum Glücksspiel blieb unverändert. Online Casinos und Live Casinos stellen nur den vorübergehenden Abschluss dieser Entwicklung dar.

Orte des Glücksspiels im Mittelalter und der frühen Neuzeit

Glücksspiele im Mittelalter fanden auf Jahrmärkten und Messen statt. Die Konzessionen für diese Veranstaltungen wurden von Fürsten oder Städten vergeben. In der frühen Neuzeit verlagerte sich das Glücksspiel in Spielhäusern für die Oberschicht und in Gaststätten für die ärmere Bevölkerung. Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert existierten Spielhäuser in Flandern, und Ende des 14. Jahrhundert wurden Vorläufer der Casinos beispielsweise in Würzburg von Angehörigen der gehobenen bürgerlichen Schichten oder von Angehörigen der Höfe gepachtet und betrieben. Ohne Konzession blieb das Glücksspiel verboten, aber natürlich fanden entsprechende Aktivitäten stets auch im Verborgenen statt. 

Spielcasinos in Venedig

In der Republik Venedig bezeichneten Casinos ursprünglich Umkleidekabinen, in denen sich adelige Amtspersonen vor den Sitzungen ihre vorgeschriebenen Trachten anlegten. Darüber hinaus stand der Begriff in den ländlichen Regionen für Gebäude, die dem Spaß und der gesellschaftlichen Zusammenkunft dienten. In den Räumlichkeiten fanden auch Theatervorstellungen statt, und die Spiele wurden von Musik und Tanz begleitet. Mitte des 17. Jahrhundert existierten in Venedig über 100 Casinos, wobei in dieser Rechnung die inoffiziellen Vergnügungsstätten noch nicht einmal berücksichtigt sind.

Daher verwundert es nicht, dass das älteste Casino der Welt in Venedig zu finden ist. Es stammt aus dem Jahr 1638 und befindet sich heute am Ufer des Canale Grande in der zweiten Etage eines prachtvollen Palastes aus der Renaissance. Hier versammeln sich die Besucher an Spieltischen zwischen kostbaren Gemälden und Statuen unter riesigen Kronleuchtern aus Muranoglas. Heute handelt es sich bei den Gästen allerdings nicht mehr um Adelige und wohlhabende Kaufleute, sondern um Touristen, die während einer Städtereise die Höhepunkte der Lagunenstadt erleben wollen. 

Die Erfolgsgeschichte der Spielcasinos im 18. und 19. Jahrhundert

Ab dem 18. Jahrhundert etablierten sich Spielbanken in den Hauptstädten und Seebädern Europas. Bereits 1720 eröffnete die erste deutsche Spielbank in Bad Ems. Kurorte waren zu dieser Zeit Orte der Zerstreuung und besaßen in der Bevölkerung einen eher zweifelhaften Ruf. Auch Jahrmärkten und adeligen Bällen waren Orte des Glücksspiels. Als in Deutschland von 1872-1933 alle Spielcasinos schließen mussten, zog die 1856 eröffnete Spielbank von Monte Carlo viele Besucher an. Sie finanzierte über Jahrzehnte den gesamten Staatshaushalt Monacos und war kurioserweise für Monegassen selber nicht zugänglich.

Im wilden Westen der USA wurde bekanntlich in den Saloons gewettet und gepokert. Die USA verboten das Glücksspiel Anfang des 20. Jahrhunderts, allerdings hob der Staat Nevada dieses Verbot 1931 auf, um wenige Jahre später das ersten Casino in Las Vegas zu eröffnen. Durch die zeitgleiche Entwicklung der Spielautomaten wurde die Stadt in kurzer Zeit zur Glücksspiel-Hauptstadt der Welt.

Die größte Spielbank der Welt

Die größte Spielbank der Welt ist heute das Venetian Casino in Macau. Die Halbinsel gehört zu China, wo das Glücksspiel offiziell nicht erlaubt ist. In der dritten Etage des Gebäudekomplexes erwartet den Besucher ein von Brücken überspannter Canale Grande, auf dem echte Gondeln mit singenden Gondolieren ihre Bahnen ziehen. In den fast 50 Casinos von Macau werden fast 3 Milliarden Euro verspielt – monatlich!

Online-Casinos als Spielbanken der Zukunft

Mitte der Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts begann mit der Gründung der Online-Casinos eine neue Ära. Die – im Vergleich zu stationären Spielbanken und Spielhallen – verringerten Kosten ermöglichten es den Anbietern, ihren Spielern höhere Auszahlungsquoten zu bieten. Gleichzeitig erschlossen die Online-Casinos mit ihrem riesigen Angebot an Spielen neue Kundenschichten. Für Spiele im Online Casino muss ein Spieler keine lange Anreise mehr in Kauf nehmen, kein Eintrittsgeld mehr entrichten und keinen Dresscode mehr befolgen. Die Platzzahl an den virtuellen Tischen ist unbegrenzt, der Abstand zu den Mitspielern immer gegeben, und der Einsatz überall und rund um die Uhr möglich. Gleichzeitig eröffnet die technische Entwicklung immer mehr Möglichkeiten, so dass beispielsweise Live-Casinos den stationären Spielbanken zunehmend Konkurrenz machen. 

Kategorien: Allgemein

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